Die Schwanthaler Bildhauer-Familie
Kaiser Maximilian I
Hörbeitrag
Die Bildhauerfamilie Schwanthaler aus Ried im Innkreis hat von 1633 bis 1879 in sieben Generationen 21 künstlerisch tätige Mitglieder hervorgebracht. Der Bogen der Stile reicht von Barock bis zum Klassizismus und zur Romantik. In unserer Kirche finden wir das schon erwähnte Apostelpaar und die kleine Kreuzigungsgruppe, beides Holzschnitzarbeiten von Thomas Schwanthaler. In unserer Nachbargemeinde Schalchen steht in einer Seitenkapelle der Pfarrkirche eines seiner Hauptwerke, nämlich die Enthauptung der heiligen Barbara, ein einzigartiges Werk voll barocker Bewegung bei der Figur des Henkers und stiller Inbrunst bei der Heiligen. Ebenfalls dort befindet sich ein geschnitztes Medaillon von Maria mit Kind, das wegen seiner hohen Qualität dem ehemaligen Hochaltar von Mhf und somit Thomas Schwanthaler zugeschrieben wird.
Thomas Schwanthaler schnitzte in Holz und Elfenbein und er war als Bronzegießer und Steinbildhauer tätig. Die Statue des heiligen Michaels auf dem großen Brunnen in Stiftshof von Reichersberg stammt ebenso von ihm wie mehrere Grabsteine. Er ist der herausragende Künstler der ersten Generationen, wenngleich auch seine Nachkommen hervorragende Talente besaßen. Die letzten beiden in München tätigen Schwanthaler waren sehr angesehen und erhielten viele Aufträge von höchsten Stellen. So stammt die bekannte Figur der Bavaria auf der Münchner Theresienwiese (die erste Kolossalstatue seit der Antike und Vorbild für die Freiheitsstatue in New York) ebenso von einem Schwanthaler wie der Figurenschmuck an der bayrischen Ruhmeshalle, der Walhalla.

