Archäologische Ausgrabungen

Ausgrabungen im Schloss Mattighofen

Ziel der Untersuchung war es, Reste aus früheren Epochen, die durch den Umbau beschädigt oder zerstört werden mussten, zu dokumentieren. Eine eingehende Begutachtung oder genaue Datierung wurde dabei nicht vorgenommen, kann aber aufgrund der Funde jederzeit erfolgen, sofern die dafür erforderlichen Mittel zur Verfügung stehen.

Unter dem Pflaster des Innenhofes wurde eine 13 m lange Mauer entdeckt, die 1,60 Meter dick ist und bis auf eine Tiefe von 1,30 Meter ergraben wurde, aber noch tiefer reicht. Ein Fundament dieser Stärke kann nach Auskunft eines Statikers ein Bauwerk mit mehreren Stockwerken tragen. Diese Mauer dürfte somit das Fundament eines Wohnturms gebildet haben, der Teil einer spätmittelalterlichen Anlage gewesen ist. Diese Burganlage war flächenmäßig wesentlich kleiner als das heutige Schloss.

Im Boden wurden auch mit Bauschutt gefüllte Löcher, so genannte Pfostengruben gefunden, in denen einst Pfosten für Holzbauten eingegraben waren. Wenn die Holzbauten abgebaut wurden, kann man natürlich keinen Schluss auf das Alter der Bauten mehr ziehen. Teilweise sind sie aber durch Brand zugrunde gegangen und es wurden Aschenreste gefunden. Mit den heutigen Methoden könnte man relativ einfach das Alter der damals zerstörten Holzbauten feststellen. So könnte der Nachweis gelingen, dass bereits der Wirtschaftshof der Agilolfinger im 6. Jhd. an der Stelle des heutigen Schlosses stand.

Neben Asche- und Keramikresten wurde auch eine Silbermünze des Salzburger Erzbischofs Markus Sittikus mit Prägedatum 1618 gefunden.
Das Fundament des ehemals in der NW Ecke des Schlosses aufragenden Turms stammt nach dem Ergebnis der vorläufigen archäologischen Einschätzung aus der Zeit des Umbaus durch die Ortenburger. Im Kellerbereich des heutigen Schlosses wurde auch ein Brunnen gefunden.

Unter dem Turm gab es eine etwa 5 Meter in die Tiefe reichende Kammer, die möglicherweise als Verlies diente, da sie ohne Zugang war.

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