Berühmte Besucher

Da im Mittelalter die einzelnen Herrschaftsgebiete noch keine Hauptstadt hatten, regierten die Kaiser und Könige der damaligen Zeit von ihren Pfalzen aus. Das waren Niederlassungen, die sie regelmäßig besuchten, um Herrschaftsgeschäfte auszuüben, Recht zu sprechen und Steuern einzusammeln. So erklärt sich, dass im Mittelalter die Herrscher auch in heute kleinen Orten immer wieder anwesend waren, so auch in Mattighofen, das seit der Zeit der Karolinger (9. Jhd) Pfalz war.

Am 20. November 860 stellte König Ludwig der Deutsche eine für das Erzbistum Salzburg sehr wichtige Urkunde in Mattighofen aus. In dieser Urkunde geht es um den auswärtigen Besitz des Bistums Salzburg. Die Urkunde wird heute im Staatsarchiv in Wien verwahrt. Ebenso bestätigte Ludwig der Deutsche 862 dem Stift Kempten seine Rechte von Mattighofen aus. Auch Kaiser Arnulf von Kärnten besuchte Mattighofen mindestens zweimal, 890 und 898, wobei er unter anderem die Grenze zu Salzburg bestimmte (diese Szene ist übrigens als Sgraffito am südlichen Ende des Stadtplatzes an einer Hauswand bildlich dargestellt). Aus späterer Zeit ist belegt, dass Kaiser Maximilian I. zwischen 1514 und 1518 viermal in Mattighofen weilte. Natürlich besuchten ab1868, als das Schloss von der Familie Habsburg – Lothringen gekauft wurde, bis zum Ende des 1.WK Mitglieder dieser Familie das Schloss.

In den letzten Jahrzehnten waren wiederholt die Landeshauptleute von OÖ, Dr. Heinrich Gleißner, Dr. Erwin Wenzl, Dr. Josef Ratzenböck und Dr. Josef Pühringer in Mattighofen zu Gast, 1971 nahm Bundespräsident Franz Jonas die Eröffnung der neu errichteten Hauptschule vor, 1986 besuchte der damalige Bundeskanzler Dr. Franz Vranitzky Mattighofen.

Nicht in Mattighofen weilte, entgegen einer verbreiteten Legende, Napoleon. Über die Geschehnisse vor 200 Jahren, als er Kaiser der Franzosen war, gibt es detaillierte Aufzeichnungen, die Mattighofen nicht erwähnen. Allerdings ist es wahrscheinlich, dass eine andere, heute weltberühmte Person Mattighofen besuchte, nämlich Mozart auf seiner im Kindesalter mit seinen Eltern und seiner Schwester unternommenen Reise zu Kaiserin Maria Theresia. Die übliche Reiseroute führte damals per Postkutsche von Salzburg nach Passau. Da diese Fahrt 2 -3Tage dauerte, ist es möglich, dass die Familie in Mattighofen nächtigte. Die Poststation war damals im Gasthof zur Post (heute Stadtgalerie), wo große Stallungen zur Verfügung standen und die Pferde gewechselt wurden. Ab Passau, wo der Aufenthalt der Familie beim Bischof belegt ist, ging die Reise per Schiff weiter nach Wien.

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