Der Römerstein
Hörbeitrag
Bis 1823 stand die St. Georgskapelle am nördlichen Ende des Höhenrückens, auf dem das Mattighofner Ortszentrum liegt. Sie wurde im Zuge der Kirchenaufhebungen durch Kaiser Joseph II. zum Abbruch bestimmt Dieser erfolgte aber erst mit einiger Verspätung, nämlich nach etwa 30 Jahren. Dabei wurde der behauene Stein entdeckt. Laut Aufzeichnung des Landpflegers Seethaler, der Augenzeuge war, wurden noch mehr Steine gefunden. Leider wurden diese Steine nicht sichergestellt.
Der erhaltene Stein hat die Abmessungen 74 x 55 x 40 cm. Er besteht aus Untersberger Marmor. Diese Gesteinsart ist weitgehend frostbeständig und wird daher auch heute noch für im Freien stehende Denkmäler verwendet. Der Stein hat offenbar den Eckstein eines Sockels für ein größeres Grabdenkmal gebildet. Darauf lassen die stark verwitterten figürlichen Reliefs innerhalb eines profilierten Rahmens mit Giebel auf zwei Seiten schließen. Die Vorderseite zeigt einen Opferdiener mit einem unkenntlichen Gegenstand in den Händen. Auf der Nebenseite ist ein trauernder Genius mit gesenkter Fackel und Kranz erkennbar. Wo das Grabdenkmal ursprünglich stand, ist unbekannt, vermutlich aber entlang einer Überlandstraße in der Nähe eines römischen Guts- oder Bauernhofes. Eine Überlandstraße führte als Abzweigung der Hauptstraße Salzburg Wels durch das Mattigtal Richtung Donau. Es ist interessant, dass auch heute noch Verkehrsachsen in demselben Gebiet geführt werden, das schon die Römer ausgewählt haben.

